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Damen- und Freizeitmode

Damen- und Freizeitmode

Nach dem Krieg, der dem Volk Entbehrung lehrte und modische Spielereien nicht kannte, erwachte in vielen Bürgerinnen das Bedürfnis, sich wieder zu schmücken, der Wunsch, Weiblichkeit nach den Jahren der Modevergessenheit zu signalisieren. Das karge und harte Arbeitsleben während des Krieges sollte vergessen sein; den aufkommenden Wohlstand wollte die Frau der 50er nach außen hin präsentieren. Gerade die Mode spielte diesbezüglich eine tragende Rolle.

Ein grundlegender Bestandteil waren Röcke in verschiedenen Formen: Eine Dame wählte diesbezüglich zwischen den schwingenden Tellerröcken, die sich nach unten hin weit öffneten, oder entschied sich für den schmalen Bleistiftrock, der sich in der ganzen Länge eng an den Körper anschmiegte. Wadenlang, bzw. kurz über das Knie gingen die Röcke, die oft mit breiten Streifen- oder großen Punktmustern in auffälligen Farben auf den Markt kamen. Zu diesem Kleidungsstück kombinierte die Frau der 50er eine passende Hemdbluse und darüber eine Kastenjacke. Die Oberteile waren zudem eng geschnitten, die Taille stark akzentuiert, so dass Hüften, Po und Busen besonders ins Auge fielen.

Wenn die Natur hier eher klägliche Ergebnisse offenbarte, wurde durch Mieder und Polster nachgeholfen.
Hosen waren bei den Damen verpönt, es sei denn, sie fungierten als reine als Freizeitbekleidung. In dieser Hinsicht erfreute sich die Caprihose, zeitgemäß garniert mit mediterranen Prints, einer unglaublichen Beliebtheit. Daran waren unter anderem Schauspielerinnen aus Hollywood nicht ganz unbeteiligt. Sie übernahmen eine modische Vorbildfunktion: Audrey Hepburn machte zum Beispiel die besagte Capri-Hose zu einem Muss im Kleiderschrank der damaligen Frau. Es handelte sich hierbei um eine einfache Stoffhose, die bis knapp unter die Knie reichte und häufig unten umgeschlagen wurde. Im Sommer 2002 erlebte dieses Kleidungsstück ein Revival und fand wieder Beachtung in der Modewelt.

Die Haare einer Dame waren in der Regel kinn- oder schulterlang und in Wellen gelegt; sie passte wohlbedacht Handschuhe und Hut, sowie Pumps und Tasche, gerne in Krokodilleder, aufeinander ab. Ein wichtiges Kleidungsstück waren außerdem die begehrten Nylon-Strümpfe, die allerdings sehr teuer waren. Das gesamte Erscheinungsbild und das perfekte Auftreten einer Frau der 50er schmiegten sich also einem Frauenideal von eleganter und anmutiger Schönheit an.



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