Multimedia-Events sind heute keine Seltenheit mehr. Eindrucksvolle Lichtshows im Zusammenhang mit musikalischen Darbietungen begegnen uns in Tanzclubs, Großveranstaltungen von Popmusik-Konzerten oder auch auf Festivals.
Räume werden mit Videobildern und Klang erfüllt, wobei neuartige Wiedergabe- und Bildverfahren auf dreidimensionaler Ebene gefragt sind.
Doch schon auf der Brüsseler Weltausstellung 1958 setzte dafür die Firma Philips den Grundstein, indem sie mit einem einzigartigen Konzept erstmals elektronische Komposition, visuelle Kunst, Architektur und modernste Technologie zusammenführte. Um die neuesten technischen Errungenschaften auf der Expo einem großen Publikum vorzuführen, wandte sich Philips an den Architekten Le Corbusier.
In Le Corbusiers Architekturbüro kreierte sein damaliger Assistent Iannis Xenakis den futuristisch anmutenden Bau des Pavillons, der auf hyperboloiden Strukturen beruht. Le Corbusier selbst widmete sich der bildnerischen Lichtgestaltung, die mit mehreren Lampen im Pavillon und Projektionen von Videobildern gestaltet wurde. Anhand von über 350 Lautsprechern wurden im Innern akustische Routen mit elektronischen Klängen des französischen Komponisten Edgar Varèse entworfen, denen die Besucher durch den Pavillon hindurch folgen konnten. Auch heute noch übt das mediengeschichtliche Spektakel aus den 1950ern Faszination aus, was aktuelle Rekonstruktionsversuche zeigen.