Der Rock ‘n’ Roll, von den konservativen Kreisen häufig auch als “Negermusik” oder “Räubermusik” betitelt, entsprach so ganz dem Lebensgefühl der Jugend: Diese Generation wollte sich befreien von den Zwängen der Gesellschaft und ihr Leben selbst bestimmen. Die aus Amerika stammende Musik, die sich dort in afroamerikanischen Kellerclubs aus dem frühen Country und Delta Blues zum Rockabilly entwickelte, bzw. sich in Spielarten zudem am Boogie Woogie und Gospel orientierte, eroberte Deutschland in den 50er Jahren im rasanten Tempo. Vor allem Elvis Presley, der King of Rock ‘n’ Roll, trug zu dieser Popularität bei. Die nun aber vornehmlich weiße und junge Hörerschaft traf sich, um die Musik von Bill Haley, Chuck Berry oder Buddy Holly usw. vor dem Radio hockend oder verrückte Verrenkungen, die sich Tanzfiguren nannten, ausführend in sich auszusaugen. Der Siegeszug des Rock ‘n’ Rolls ging einher mit der Verbreitung des Radios als Massenmedium; nur so konnten einer ganzen Jugend, und nicht nur denen, die sich das Anschaffen von Tonträgern leisten konnten, die Lieder von Elvis & Co zugänglich gemacht werden.