Nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur konnten die Sozialdemokraten und zum Teil auch die Kommunisten dort weitermachen, wo sie aufgehört hatten. Sie knüpften an ihre politische Ausrichtung, der Hinwendung zu sozialen Themen und der grundlegenden sozialmoralischen Einstellung, an; die SPD hatte ja schon vor ihrer Unterdrückung 1933 eine allgemeiner Akzeptanz in der Gesellschaft besessen. Die verschiedenen liberalen Strömungen vor dem Hitler-Regime hingegen fanden sich nun zum großen Teil in der FDP wieder. Die CDU, bzw. die CSU kann somit als eine westdeutsche Neuheit im Parteiensysem gelten, denn hier kann keine Verbindung zu einer Weimarer Partei gezogen werden.
CDU
Die Partei verstand sich von Beginn an als nicht konfessionsgebunden. Sie wollte die beiden christlichen Strömungen ansprechen. Auch die katholischen Bischöfe vertraten diese Ansicht, lehnten gleichsam die Weiterführung der ehemaligen Zentrumspartei ab. Allerdings verhielt sich das eher evangelische Norddeutschland zunächst züruckhaltend gegenüber der Union. Sie erschien ihnen zu katholisch und rheinisch-westdeutsch. Der überwiegende Teil der 250.000 Parteimitgliedern mitte der 50er Jahre war auch katholisch. So hatte die Union nur in katholisch geprägten Gebieten, in der Hauptsache in den Regionen um Rhein und Ruhr den Status einer Volkspartei.
Das Programm der CDU wurde nach den Grundsätzen der christlichen Ideologie geformt. Wichtig waren im ersten Programm vor allem die Soziale Marktwirtschaft, die parlamentarische Demokratie und die außenpolitische Westbindung. Doch inbesondere die Glaubwürdigkeit des Konrad Adenauers und sein Einfluss auf die Richtung der Unionspartei verhalfen dieser zu dem Ruf der Kanzlerpartei und somit zu Macht und Einfluss. Gleichsam integrierte die Union viele der kleinen katholischen Splitterpartein aus dem Süden und andere Gruppen aus dem bürgerlich-konservativen Milieu des Nordens, sowie große Teile der Vertriebenen und Flüchtlingen. Durch diesem Zulauf konnte sie (zusammen mit der CSU) bei der Bundestagswahl 1953 einen Stimmanteil von 45,2 Prozent erzielen, sowie 1957 die absolute Mehrheit von 50, 2 Prozent, was bis heute niemals wieder geschafft wurde.

CSU
Die Schwesternpartei der CDU war von Anfang an eher im katholischen Milieu verankert. Aber auch sie vertrat die Leitlinien der Marktwirtschaft. Zudem konnte sie ihre Mitgliederzahlen schnell steigern: Zwar waren es 1953 mit 43.500 nur halb so viele wie 1947, aber ab mitte des Jahrzehnts war der Zulauf enorm, höher als der der CDU. Die CSU war sowohl als Landes- sowie als Bundespartei erfolgreich; sie wollte einerseits die Industralisierung und Modernisierung Bayerns vorantreiben, andererseits die Rechte des Freistaates in der Regierungshauptsstadt Bonn verteidigen.
FDP
Die Partei konnte sich, vor allem auch durch ihr Mitglied Theodor Heuss, der der erste Bundespräsident wurde, ausreichend als eigenständig positionieren, um nicht in den Integrationssog der CDU/CSU zu gelangen. Zwar gab es in beiden Programmen viele übereinstimmende Punkte bei Wirtschaftsfragen und sozialen Themen, so dass die Liberalen oft als Koalitionspartner der christlichen Parteien gehandelt wurden, aber dennoch nahm die FDP insbesondere von den als zu kirchlich empfundenen Leitgedanken der Union Abstand. In Bildungs-, Kultur- und Rechtsfragen näherte sie sich eher linksliberalen Strömungen an. Sie wollte die bürgeliche Alternive zu den Unionsparteinen darstellen. Durch die absolute Mehrheit der CDU/CSU 1957 mussten die Liberalen allerdings wie alle anderen Parteien in die Opposition gehen.
SPD
Die Mitglieder der Partei waren über weite Strecken noch die, die auch vor 1933 und während der Diktatur der Arbeiterbewegung angehört hatten. Im Nachkriegsdeutschland wollten die Sozialdemokraten vor allem die Arbeiter in der Industrie, in den Fabriken ansprechen. Auch die Mittelschichten sollten für ihre Politik begeistert werden. Die wichtigsten Punkte im Programm der SPD ordnen sich damals dem Leitgedanken des demokratischen Sozialismus unter: Parlamentarische Demokratie, Sozialisierung und Planwirtschaft waren zentrale Ausrichtungen.
In den 50er Jahren war die SPD durchgehend in der parlamentarischen Opposition wiederzufinden. Sie schaffte es nicht, die katholischen Arbeiter sowie die umworbenen Mittelschichten für sich zu gewinnen. Lediglich eine traditionelle Stammwählerschaft hielt den Sozialdemokraten die Treue: So konnte die Partei bei den Bundestagswahlen 1953 lediglich 28,8 Prozent und 1957 31,8 Prozent erreichen. 1955 hatte die SPD 589.000 Mitglieder. Erst 1959 verabschiedete sie sich von “marxistischen” Tendenzen und formulierte in dem Godesberger Programm eher volksparteiliche Grundsätze, die sich auf eine christliche Ethik, klassische Philosophie und einen Humanismus beriefen.